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ASTROnews | 03.11.2007
Komet Holmes mit Gasschweif

Komet 17/P Holmes entwickelt Gasschweif

Die Überraschungen nehmen kein Ende: Erst steigert Komet Holmes seine Helligkeit explosionsartig fast um das Millionenfache, und nun bildet er auch noch einen Gasschweif aus – obwohl er 2,5 Astronomische Einheiten (fast 400 Millionen Kilometer) von der Sonne entfernt ist!
Nach wie vor erscheint Komet 17P/Holmes als dritthellster "Stern" im Sternbild Perseus – sofern das Wetter mitspielt und die Wolken den Blick auf diese Himmelsregion freigeben. Aber bereits mit bloßem Auge fällt auf, dass er nicht punktförmig leuchtet wie ein Fixstern, sondern eine diffuse Gestalt hat. Ein einfaches Fernglas reicht aus, um ihn als fast kreisrundes Scheibchen zu sehen. Die Staubwolke, die der Kometenkern freigesetzt hat, hat mittlerweile den halben Durchmesser der Vollmondscheibe erreicht. Ein grandioser Anblick!

Doch die volle Pracht des außergewöhnlichen Kometen entfaltet sich erst mit Hilfe eines Fernrohrs und einer Kamera. Eine überwältigende Aufnahme gelang dem Astrofotografen Sebastian Voltmer aus Spicheren (Frankreich), südlich von Saarbrücken, am 2. November:
Komet 17P/Holmes mit blauem Gasschweif
Der Kometenkern (der sich in einem sternartigen Lichtpunkt verbirgt), scheint von mehreren asymmetrisch angeordneten sphärischen Staubwolken umgeben zu sein. Zudem geht eine keilförmige Aufhellung von ihm aus, in der einige Strukturen auszumachen sind. Das Verblüffende ist aber der bläulich schimmernde Gasschweif, der sich im Bild von der Koma des Kometen nach rechts erstreckt. Immerhin ist der Komet zweieinhalbmal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde und bewegt sich innerhalb der Bahnen der Planeten Mars und Jupiter. Dass sich trotz dieser riesigen Distanz zu unserem Zentralgestirn ein Gasschweif ausbildet, ist sehr ungewöhnlich. Normalerweise entwickeln Kometen nur dann einen sichtbaren Gasschweif, wenn sie der Sonne so nahe kommen, dass sie sich innerhalb der Marsbahn befinden.

Es sieht so aus, als würde der Komet 17P/Holmes seine Galavorstellung am Himmel noch eine Weile fortsetzen. Seine Helligkeit ist in den vergangenen Tagen fast konstant geblieben. Erfahrene Beobachter schätzen sie auf Werte zwischen 2,3 und 2,5 mag. All jene, die den wundersamen Schweifstern bisher aufgrund der Hochnebeldecke, die sich hartnäckig über Deutschland hält, noch nicht sehen konnten, seien deshalb auf die nächsten Tage vertröstet. Irgendwann muss der Himmel ja mal aufklaren!

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