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ASTROnews | 01.04.2007
Apophis kurz vor der Landung in der Mojave-Wüste (Simulation)

NASA will Asteroid auf der Erde landen lassen

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA hat umfangreiche Pläne mit dem 2004 entdeckten Asteroiden Apophis. Am Freitag, dem 13. April 2029 soll, wie 2004 umfassend in den Medien berichtet wurde, der Asteroid knapp 30.000 Kilometer (das 0,08-fache der Entfernung Erde-Mond) an uns vorbeifliegen. Eine Gefahr für die Erde besteht zwar nicht, jedoch könnte es durch den nahen Vorbeiflug des Asteroiden eine gefährliche Bahnänderung des 250 Meter großen Himmelskörpers geben, der dann bei weiteren Vorbeiflügen 2036 oder 2037 eine ernste Bedrohung für unseren Planeten darstellen könnte. Ein Einschlag käme der 30-fachen Energie der größten bisher gezündeten Wasserstoffbombe gleich (was in etwa einem Erdbeben der Stärke 8 entspricht) und würde im Falle eines Auftreffens auf dem Festland einen rund fünf Kilometer großen Krater mit massiven regionalen Auswirkungen hervorrufen. Eine globale Gefahr für die Erde besteht jedoch nicht.
Das vorgesehene Landegebiet (grün) in der Mojave-Wüste
Ursprüngliche Pläne der NASA, den Asteroiden durch den Beschuss mit Atomraketen aus der Bahn zu lenken oder zu zerstören, wie es am Beispiel des Kometen Tempel 1 mit der Raumsonde Deep Impact geübt wurde, wurden nun komplett revidiert. Die NASA will den Kleinstplaneten stattdessen für vielfältige interplanetare Zwecke nutzen:

Beim Vorbeiflug 2029 an der Erde sollen gleich drei Raumsonden auf dem Planetoiden landen. Apophis hat nämlich ein Perihel von 0,746 Astronomischen Einheiten (AE), das fast dem Aphel der Venus (0,728 AE) entspricht. Eine Raumsonde soll laut NASA-Plänen auf dem Asteroiden landen und mit diesem in die Nähe der Venus fliegen, um dann in einen Venus-Orbit einzutreten und mit einer hochauflösenden Spezialkamera Bilder bislang unerreichter Schärfe von der Venusoberfläche zu machen. Da auf der Venus wegen der hohen Kohlendioxid-Konzentration ein enormer Treibhauseffekt herrscht, will man wertvolle Rückschlüsse für die Zukunft unseres Weltklimas erzielen.

Eine weitere Raumsonde soll von Apophis in Richtung Mars transportiert werden und dort im Jahr 2031 weich landen. Marsproben sollen anschließend wieder mit Apophis zur Erde zurücktransportiert werden. Man erhofft sich so wertvolle Aufschlüsse über Leben auf dem Roten Planeten.

Die dritte Sonde soll einen Zehn-Kilowatt-Solargenerator aus Dünnschicht-Solarzellen auf dem Asteroiden entfalten, um mit der Sonnenenergie ein Ionentriebwerk zu betreiben. Dieses zerstrahlt einen Teil des Asteroiden und schleudert elektrisch beschleunigte Asteroidenmaterie in den Weltraum, um den Kleinplaneten von seiner gefährlichen Umlaufbahn abzubringen. Ein interessanter Nebeneffekt dürfte sein, dass dann immer am 13. April ein Sternschnuppenfeuerwerk aus Asteroidenstaub auf unsere Atmosphäre trifft.

Ursprünglich war geplant, den nach dem ägyptischen Gott der Finsternis benannten Himmelskörper mit Ionentriebwerken in die Venus zu stürzen und ihn so unschädlich zu machen. Nun hat die NASA jedoch weitergehende Pläne:

Da man große Mengen wertvollen Iridiums und nichtrostendem Meteoriteneisens auf Apophis vermutet, will die NASA den Himmelskörper mit den solarbetriebenen Ionentriebwerken so abbremsen, dass er 2036 weich auf der Erde landet. Als Landeplatz ist die Mojave-Wüste in Kalifornien vorgesehen. Nach NASA-Berechnungen dürften 0,1% der Asteroiden-Materie, das sind etwa 20.000 Tonnen, aus Iridium bestehen. Dieses hätte einen Marktwert von rund 100 Milliarden US-Dollar. Dieses Geld soll einen wesentlichen Teil der geplanten bemannten Marsmission finanzieren.

Martin Wagner
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