kaum eine andere Klasse von astronomischen Objekten regt die Fantasie der Öffentlichkeit derart an wie die Schwarzen Löcher. Das Sinnbild eines gefräßigen Monsters, das alles verschlingt, aber nichts wieder hergibt, hat längst Eingang in die Alltagssprache gefunden. Wenn es Schwarze Löcher in der Natur nicht gäbe, müsste man sie allein wegen ihrer metaphorischen Ausdruckskraft erfinden.
Als der Physiker John Archibald Wheeler (1911 – 2008) im Jahre 1967 den Begriff Schwarzes Loch prägte, wollte er eine der wesentlichen Eigenschaften eines solchen Objekts beschreiben – nämlich, dass seine Schwerkraft so ungeheuerlich groß ist, dass selbst Licht nicht aus ihm austreten kann und es dem Beobachter vollkommen schwarz erscheinen muss. Wheelers Bezeichnung löste den zuvor gebräuchlichen Namen »gefrorener Stern« rasch ab – spielte sie doch geschickt mit dem wohligen Grusel, der sich bei der Beschreibung von etwas Geheimnisvollem, Unbekanntem, ja vielleicht sogar Bedrohlichem einstellt. Wie sehr Schwarze Löcher Urängste auslösen können, zeigte sich nicht zuletzt anhand der Versuche, den Betrieb des Large Hadron Colliders, des größten bisher gebauten Teilchenbeschleunigers, juristisch verbieten zu wollen. Die Befürchtung der Kläger: Durch die Kollisionen hochenergetischer Teilchen könnten Schwarze Mini-Löcher entstehen, die alles um sie herum einsaugten und so auch die ganze Erde verschlängen.
Solche Weltuntergangsszenarien, ausgelöst durch himmlische oder wissenschaftliche Ereignisse, sind nicht neu. Bereits vor genau hundert Jahren, als die Erde durch den Schweif des sich nahenden Kometen Halley zog, war nach Meinung einiger unaufgeklärter Zeitgenossen das Ende der Menschheit nahe (S. 72). Damit Sie sich über alles informieren können, was man über Schwarze Löcher wissen muss, beschreibt Andreas Müller diese kosmischen Kuriositäten ab S. 40.
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