Neuroimplantate
Kommt die gesteuerte Persönlichkeit?
Ob Parkinson, Depression oder Zwangsneurose – Stimulationselektroden im Gehirn können zum letzten Ausweg werden. Schon prophezeien Visionäre die technische Aufrüstung des Gehirns schlechthin.
Die Patientin gehört zu den ersten Teilnehmern einer Pilotstudie der Universitätskliniken Köln und Bonn, die ausloten soll, ob eine so genannte Tiefenhirnstimulation einer bestimmten Hirnregion schwerste, anderweitig nicht mehr linderbare Depressionen mildern kann. Feine Elektroden werden hierbei in einer Operation tief ins Gehirn bis zur Zielregion eingeführt, wo sie exakt justierbare elektrische Impulse an die Nervenzellen weiterleiten. Die Signale liefert ein Impulsgenerator, der im Bereich des Schlüsselbeins unter der Haut implantiert ist, ähnlich wie ein Herzschrittmacher.


Tanja Krämer ist Magistra der Philosophie und arbeitet als freie Wissenschaftsjournalistin in Bremen mit schwerpunkt auf bioethischen Themen.
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1. Technischer Support bei Hirnchip-Fehlfunktionen: 0800-...
26.08.2007, Max Happel, MagdeburgDer Artikel fiel vor allem durch seine ungewohnt offenen, herrlich spekulativen Meinungen auf, die nun auch deutsche Wissenschaftler zur Zukunft der Neuroprothetik wagen. Ob diese Technologien reine therapeutische Verfahren bleiben, bleibt abzuwarten – was aus rein historischer Sicht allerdings fragwürdig scheint.
Schließlich haben tierexperimentelle Forschungen schon den Bereich der therapeutisch gerechtfertigten Neuroprothetik-Experimente verlassen. Talwar und Kollegen haben 2002 im Fachjournal Nature die sog. Roborat vorgestellt. Eine per intracorticaler Microstimulation ferngesteuerte Ratte. Übrigens auch schon zu sehen unter YouTube.com (einfach suchen nach "Roborat“). Dass sich für solche Technologien das amerikanische Militär interessiert und Millionen investiert, ist erst der Anfang.
Aber ein altes lateinisches Sprichwort sagt: Abusus non tollit usum – „Missbrauch hebt den richtigen Gebrauch nicht auf“. Das prominenteste Beispiel ist dafür sicherlich die Atomenergie! Wir können die Technologien ausbauen, nutzen und versuchen, internationale Ethik- und Sicherheitsstandards festzulegen. Versäumen wir das, werden sich andere darum kümmern, denn die Entwicklungen können wohl nur schwerlich aufgehalten werden. Aber ihre Einbindung in öffentliche Diskussionen und Aufklärungsarbeit können helfen, vor Horrorvisionen zu schützen. Nach der Entschlüsselung des humanen Gencodes brach eine Hysterie über den gläsernen Menschen aus, der im Supermarkt keine Vollmilch mehr kaufen darf, weil er eine genetische Prädisposition für hohe Cholesterinwerte hat.
2. Verschiedene Aspekte von Krankheit
27.08.2007, Harald Glowka, WittenAuf der anderen Seite hat die (erzwungene) Auseinandersetzung mit der Depression und ihre letztendliche Überwindung aus eigener Kraft mich und mein Leben gegenüber der Zeit vor der Depression in hohem Maße bereichert, worauf ich, von jetzt aus gesehen, nicht gern verzichten wollte.
Ich meine, ein verantwortungsvoller Einsatz von Therapie darf keinen der beiden Aspekte von Krankheit vernachlässigen.
Wer da zu entscheiden hat, ist nicht zu beneiden.
3. Sowieso
11.09.2007, Jonas Schnaitmann, MünchenDie Technik wird reifen, sich ihr Einsatz damit erheblich vereinfachen - und spätestens dann ist es soweit. Denn auch jetzt schon wird "Gehirntuning" von Gesunden mit Mitteln, die eigentlich nicht dazu gedacht sind, betrieben: Studenten, die in einer Lernphase Ritalin nehmen beispielsweise.
Andere ehemalige Science-Fiction-Themen (z.B. zeit.de/2007/27/P-Hugh-Herr) miteinbeziehend, darf man seiner Fantasie freien Lauf lassen ...