Das Planetensystem um den Stern HR 8799 war seit dem Jahr 2008 bekannt. Damals konnten Astronomen des Keck-Observatoriums auf Hawaii in Infrarotaufnahmen drei Planeten auf Umlaufbahnen um HR 8799 direkt abbilden. Zwei Jahre später gelang den Astronomen auch eine Aufnahme, die einen vierten Planeten in größerer Nähe zu dem etwa 130 Lichtjahre entfernten jungen Stern zeigt.
Bei der Bearbeitung der Originalaufnahme mussten die Astronomen ein sehr genaues Modell des von HR 8799 ausgesandten Lichts vom Hubble-Bild abziehen. Das war im Jahr 1998 noch nicht möglich – Daten und Simulationen des Lichts ferner Sterne waren noch nicht ausgereift genug. Heute kann die Software auf die Messwerte von hunderten realen Sternen und auf ausgefeiltere Computermodelle zurückgreifen. Dank dieser Leistungsfähigkeit moderner Methoden konnte bereits im Jahr 2009 der kanadische Astronom David Lafrenière von der Universität Montreal den äußersten der vier Planeten in den gleichen NICMOS-Daten wiederentdecken. Soummer verfeinerte Lafrenières Methode und verwendete als Referenz NICMOS-Bilder von insgesamt 466 Sternen, die gemeinsam ein detailliertes Modell von HR 8799 ermöglichten.
Diese Demonstration moderner Auswertungstechniken weckt gleichzeitig Hoffnungen für zahllose weitere Aufnahmen in den immensen Datenmengen aus Hubbles mittlerweile 21-jähriger Dienstzeit. Fortschritte bei der Datenverarbeitung stellen so auch Archivbilder wieder in das Licht aktueller Forschung und werden noch zu weiteren Entdeckungen von Schätzen führen, die zur Zeit der jeweiligen Messung noch als unhebbar galten.
Mike Beckers







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1. Archiv-Astronomie: Jede Software findet Ihren Himmel ...
30.10.2011, Dipl.-Ing. J. WokerNachhaltigkeit in der Datenverwendung lohnt sich; reden wir nicht an allen Ecken und Enden vom "Datamining"? Es wird Zeit, diese Methodik besser publik zu machen und vom Geruch des Staubigen zu befreien, denn in den Archiven der diversen Observatorien und Missionen liegen mit Sicherheit noch gigantische Informationsmengen, die bislang nicht gehoben wurden, weil die Werkzeuge dafür schlichtweg noch nicht existierten.
Und - Demokratie des Wissens - da viele der Archive öffentlich sind, ist dies auch eine Chance für die vielen versierten Amateure mit Rechenkapazität, tätig zu werden wenn dem Auge der Blick zu den Sternen verwehrt ist. Man muss nicht von Geburt an regengeprüfter Sauerländer sein, um das beruhigend zu finden.
Besonders lobenswert in dem Zusammenhang sind die Bemühungen, immer mehr Daten auch aus der vordigitalen Zeit zugreifbar zu machen, bevor der Zahn der Zeit die Emulsionen der alten Platten zersetzt.
Auf jeden Fall ist es spannend zu sehen, was nun - lange Jahre nach dem Entstehen der Aufnahmen - aus den Hubble-Daten entsteht. Und es ist spannens abzuwarten, wer aus welchen Schätzen der Vergangenheit den nächsten "Schatz" hebt.