Komet 17P/Holmes weiterhin mit bloßem Auge zu sehen
Der Komet Holmes (17P) elektrisiert zurzeit Wissenschaftler und Amateurastronomen. Vor wenigen Tagen nur in größeren Teleskopen als unscheinbarer Lichtpunkt zu sehen, hat er binnen weniger Stunden seine Helligkeit um das Fünfhunderttausendfache gesteigert und ist nun leicht mit bloßem Auge am Nachthimmel zu sehen.
Angenommen, der Planet Saturn würde plötzlich so hell leuchten wie der Vollmond – dann gibt Ihnen das eine Vorstellung davon, um welchen Faktor die Helligkeit des Kometen 17P/Holmes zugenommen hat. Und der Zwergplanet Pluto, der nur mit großen Amateurteleskopen aufgespürt werden kann, würde nach einer solchen Helligkeitsexplosion als hellster Stern am Firmament erstrahlen.
Noch nie ist eine derart gewaltige Helligkeitszunahme bei einem Kometen beobachtet worden. Zwar gelten die Schweifsterne, was ihr Erscheinungsbild betrifft, als unberechenbare Gesellen, und manche von ihnen wurden durchaus unvermittelt heller, aber eine Steigerung um 14 Größenklassen, wie jetzt bei dem Kometen Holmes beobachtet, ist ohne Beispiel.
Bis vor wenigen Tagen stand 17P/Holmes als wenig beachteter Lichtpunkt mit einer Helligkeit von 17 mag im Sternbild Perseus. Am frühen Morgen des 24. Oktober liefen erste Meldungen durch das Internet, dass der Komet ungewöhnlich hell geworden war (wir berichteten). Am nächsten Abend waren es bereits 3 mag, und in der Folgezeit schätzten ihn Beobachter auf 2,4 mag. Damit war der Komet der dritthellste Stern im Perseus geworden, dessen Aussehen er gravierend veränderte (s. Bild).
Der Komet leuchtet in gelblich-cremefarbenem Licht. Er strahlt jedoch nicht selbst, sondern reflektiert weitgehend das Licht der Sonne. Die Helligkeitszunahme ist deshalb vermutlich auf eine explosive Freisetzung großer Mengen von Staub und Eiskörnchen zurückzuführen. Spektroskopische Untersuchungen konnten ab dem 25. Oktober Emissionslinien und -banden von Atomen und Molekülen nachweisen. Während das reflektierte Sonnenlicht hauptsächlich aus einer Kernregion von 0,5 Bogenminuten Durchmesser stammt, konnten die Emissionsbanden von Molekülen auch noch in einem Abstand von 2,5 Bogenminuten entdeckt werden. In der gegenwärtigen Entfernung von 1,6 Astronomischen Einheiten entspricht dies einem Durchmesser der Kometenkoma von 350.000 Kilometern.
Die Ausbildung eines prägnanten Schweifs ist trotz des Helligkeitsausbruchs nicht zu erwarten, da Komet Holmes schon zu weit von unserem Zentralgestirn entfernt ist und wir den Kometen sozusagen mit der Sonne im Rücken sehen – ein Schweif käme dann hinter der Koma des Kometen zu liegen.
Was genau den Helligkeitsausbruch verursachte, ist noch unklar. Jedenfalls scheint Komet 17P/Holmes anfällig zu sein für solche Variationen. Einem ähnlichen – allerdings weit schwächeren – Helligkeitsausbruch hatte er seine Entdeckung zu verdanken. Als ihn der britische Amateurastronom Edwin Holmes in der Nacht vom 6./7. November 1892 erspähte, hatte die Helligkeit ebenfalls für eine gewisse Zeit zugenommen. Wie lange Komet 17P/Holmes nun nach seinem jüngsten Helligkeitsausbruch mit bloßem Auge zu sehen sein wird, ist nicht vorherzusagen.
28.10.2007, 23 Uhr: Der Nebel hebt sich etwas über München.
So habe ich ihn gefunden, vielleicht ist es so einfacher:
Etwa auf halbem Wege zwischen dem Himmels-W (Kassiopeia) und den Pleiaden. Heissa!
So etwas habe ich noch nie gesehen. Ein Komet ohne den typischen Schweif. Selbst mein Sohn mit seinen 7 Jahren schaut ganz fasziniert durchs Okular. Leider ist es bei uns im Moment spätabends neblig, also bleibt nicht viel Zeit. Hoffentlich haben wir noch eine Weile Freude daran.
07.11.2007, Arist Nick Sass, Donaustraße 24, 93333 Neustadt
Nachdem wir den Kometen 17P/Holmes in den letzten Tagen per Feldstecher (10x50) betrachtet haben, drängt sich uns der Vergleich mit einem dieser kosmetischen Watte-Bällchen auf. Daher nennen meine Frau und ich - natürlich ziemlich unprofessionell, man möge uns totalen Freizeit-Astronomen dies verzeihen - den Kometen 17P/Holmes nur noch "Wattebäuschchen".
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1. Komet 17P/Holmes – Finden im Dunst der Großstadt
28.10.2007, Florian aus MünchenSo habe ich ihn gefunden, vielleicht ist es so einfacher:
Etwa auf halbem Wege zwischen dem Himmels-W (Kassiopeia) und den Pleiaden. Heissa!
2. Endlich mal wieder ein heller Komet
01.11.2007, Sabrina Zenkowitz3. Aktuelles Bild von Komet Holmes
02.11.2007, Dieter Seiwald - Meran4. Ein himmlisches Wattebäuschchen!
07.11.2007, Arist Nick Sass, Donaustraße 24, 93333 Neustadt